Bali Alaaf

Eine ganze Ueberlaenge waren wir offline, aber jetzt haben wir es wieder in den universalen Aether geschafft. Schwitzige Gruesse aus Seminyak. Dachte ich schon ich haette in Koh Panghan den Traumstrand gefunden, so muss ich sagen, das der Dreambeach auf Nusa Lembongan meine kuehnsten Erwartungen uebertroffen hat. Das ist der Strand meines Lebens. Nusa Lembongan ist eine sehr kleine Insel, und nur 5% leben vom Tourismus. Der Rest baut Seaweed an, nein liebe Freunde, nichts fuer den kleinen Rauch, sondern um Eiscreme schoen geschmeidig zu machen. Die Japaner haben dafuer mit Sicherheit noch 42 andere Verwendungsmoeglichkeiten, aber die konzentrieren sich auch eher auf die Schwalbennester, die pro Stueck satte 20 Euro abwerfen. Ich hoffe, es wird in 10 Jahren noch Schwalben auf Nusa Lembongan geben. Die Insel selber ist so klein, das ich sie in einer Stunde mit dem Moped umrunden kann. Ike hat sich auch langsam mit den Mopedfahren angefreundet. Was Ike und ich aber besonders mit grosser Ausdauer parktiziert haben, ist Banana Boot Fahren. Denn das wir in dem Luxushotelpreis vom Cocohut Beach Resort miteinbegriffen. Und obwohl sie noch ein unbeschriebenes Bananenblatt war, hielt sie sich tapfer. So giggelten wir quietschend an den wunderbaren Straenden der Insel vorbei. Unser Fahrer entwickelte auch besonderen Ehrgeiz Gecko Ike abzuwerfen, waherend ich schon lange ausgestiegen war. Unnoetig zu sagen, das ich Wieverfastelovend als Banane gehe. Danke liebe Angela nochmal dafuer. Jetzt sind wir wieder in Seminyak und dieser Film bekommt langsam Ueberlaenge. Wir freuen uns auf zu Hause, auf selbtgekochtes Essen und Weichspueler. Und auch das ist etwas Schoenes, sich auf zuhause zu freuen. Morgen schmeisse ich mich noch mal mit Helm und Board in die Surferfluten und in drei Tagen machen wir den Abflug nach Kuala Lumpur. Ich bitte zu entschuldigen, das noch keine neuen Bilder online stehen, aber ich verspreche sobald ich einen Laden hier gefunden habe, der SD Karten brennen kann, das neues Material online gebracht wird.

In diesem Sinne, freuen wir uns besonders auf Morgen in einer Woche, wenn wir hoffentlich entgegen dem Jetlag es mal so richtig krachen lassen in Koelle.

 

 

glory am 7.2.07 03:57


Internet in Bali

Selamat malam! Guten Abend
Es ist eine wirklich buddhistische Pruefung der Gelassenheit sich durch dieses Nadeloehr zur Online Welt zu zwaengen .  
Bitte habt Verstaendnis das ich diese Tortur sobald nicht noch mal durch mache, soviele gute Buecher kann ich gar nicht nebenher lesen. Fast 2 Stunden dauerte es, die laecherlichen 8 Bildchen hochzuladen.
Nach einer Woche verlassen wir nun Ubud Richtung Nusa Lembongan, die kleine Insel, die vor Bali liegt.
Hinter uns liegt eine phantastische Fahrradtour bei 35 Grad und 100% gefuehlten Luftfeuchtigkeit, der sensationelle Birdpark, ein Kochkurs und ein fehlgeleiteter
Fahrer. Dazu spaeter mehr. Die Fahrradtour war mit das Schoenste. Auf den Mountainbikes ging es gemaechlich den Berg runter Richtung Birdpark, den ein Deutscher hier vor 14 Jahren gegruendet hat.
Hier versuchten Ike und ich unsere Urlaubskasse aufzubessern, indem Ike dem Kakadu das Geldscheinschnappen beibrachte und ich dem Falken unser Mittagessen jagen liess. Beide fanden wir die Vorstellung junge Kueken zu essen widerlich.
Obwohl sie hier fuer die Kinder buntgefaerbt werden. Der Kochkurs von Janet de Neefe am naechten Tag entpuppte sich leider als TV Show, denn weder wir noch die anderen 10 Teilnehmer kamen hier zum Kochen.
Das war besonders schade, denn das Honeymoon Guesthouse und das Casa Luna haben eine wirklich schoene Atmosphaere und sehr gutes Essen.
Heute waren wir dann mit unserem Fahrer unterwegs. Nach ca. 1 Stunde stellten wir fest, das wir anstatt links zum Danau Bratan See zu fahren, rechts zum Danau Batur gefahren wurden. Das waere nicht weiter so schlimm gewesen, wenn
der Gute, anstatt wie von dem in Australien lebenden Deutschen in den hoechsten Toenen gelobten stillen Plaetzchen die klassischen Touristenfallen angesteuert haette. Nachdem ich mich mit 10000 Rupien fuer einen Instant Gingerkaffee auf einer Kaffeeplantage freigekauft hatte,
wurden wir etwas ungemuetlich, da er uns gleich zu Kintamani, der Kraterstrasse hinschleusen wollte. Nach unserem Protest fuhren wir runter zum See zum Ort Toya Bungkah, in dem man sich in die heissen Quellen haette setzen koennen,
was wir aber nicht taten. Letztendlich landeten wir dann doch in Kintamani. Eine Strasse auf dem Krater, die gespickt ist mit schlechten Restaurants zu horrenden Preisen und Souvenirshops. Sobald man das Auto verlaesst, um sich dem wirklich atemberaubenden Blick hinzugeben,
wird man von recht rabiaten Verkaeufern bedreangt irgendwelche Holzbleistifte, Armbaender, Geschnitztes, Sarongs und T-Shirts zu kaufen. Ich kann nicht sagen, ob es an der Nebensaison liegt, das die Leute so agressiv waren,
aber ich weiss das wir ganz schnell die Nase voll hatten und ins Auto fluechteten, was besonders schade ist, denn so hat sich die ganze Fahrt fuer die 5 min "No thank you", "Terima Kasih" nicht wirklich gelohnt.
Allerdings kann ich keine Alternative anbieten, und so lassen wir auch unsere Tour morgen zum anderen See sausen, denn das braucht man nicht wirklich noch mal zu haben.
Absolut entschaedigt wurden wir dann im Nachhinhein doch, als wir in den Reisplantagen nahe bei Ubud im Teras Padi,in Tegalalamg einen Kaffee und einen Cinammontee tranken und die wirklich wunderbare Stille und den den Ausblick genossen.  
Soooo...ach ja, im Hintergrund laedt sich schwerfaellig seit 50min eine 30kb Seite.
ich nehme das jetzt mit Humor und bitte um verstaendnis keine emails zu beantworten.
Ganz liebe Gruesse und ich melde mich von der naechsten richtigen Internet Pipe.
Bis dahin Selamat jalan
glory am 26.1.07 15:00


Bali

Selamat siang,

 

Saya bisa Bahasa Indonesia.

Ich hoffe es geht euch gut in Deutschland, wir sehen hier im Fernsehen Orkanige Bilder und hoffen, es steht noch alles, wenn wir wiederkommen?
Hier hat anscheinend das Paradies eine Zweigstelle neben Thailand eroeffnet. Gerne haetten wir jetzt Marta und Caethe dabei, um dieses Meer und den Strand zu geniessen. Nachdem wir voellig pleite und absolut fertig aus Hong Kong ankamen, schliefen wir beide erstmal entspannte 15 Stunden am Stueck. So sehr hatte uns das mitgenommen. Das Jimabaran Keraton ist ein absolutes  Luxushotel und wohl auch das schoenste von unserer ganzen Reise. Jimbaran selber ist recht ruhig, will sagen hier ist  gar nichts los, aber der Strand ist wunderschoen. Einziger kleiner Wehmutstropfen ist der Flughafen, der uns zwar nicht durch seine Lautstaerke stoert, sondern uns daran erinnert, das tatsaechlich in dreieinhalb Wochen diese wunderbare Reise leider ein Ende findet.

Aber jetzt sind wir erst mal nach Seminyak gezogen, ein Ort weiter als Kuta, wo wir gestern waren. In der Strasse wo vor vier Jahren die Bomben hochgingen, waren wir auch, aber das ungute Gefuehl verjagte uns aus diesem Ort, bevor wir den Gedenkstein sahen. Soweit sieht alles normal aus in Kuta, bis auf die Security Leute, die vor jedem Laden Wache postieren. Da wir hier gerade Regenzeit haben, schwitzen wir uns bei froehlichen 35 Grad mit 75-95(!)% tiger Luftfeuchtigkeit einiges weg. Nachts schenkt uns der Regenschauer ein wenig Abkuehlung, aber ansonsten ist es hier einfach nur hot, hot, hot.

Heute hatte ich meine erste Surfstunde, und es hat einen riesigen Spass gemacht, auch wenn mein Knie jetzt offen ist und meine Arme ganz wackelig. Die CD mit meinen Kuensten, bekomme ich morgen nach meiner zweiten Stunde. Aber richtig auf dem Brett gestanden bin ich schon heute, mindestens genauso oft wie durch die Welle gespuelt, die hier schoen hoch sind.  

Heute abend geniessen wir nochmal das Nachtleben, denn in Ubud ist Spa und Kultur angesagt. Haltet die Oehrchen steif! 

asien am 20.1.07 05:18


Hong Kong

Hong Kong

Mit dem Airport Express schnellen wir mit 300km/h von der Lan Tau Insel nach Kow Loon. Auf den kleinen Displays in den Sitzen koennten wir, wenn es uns interessierte, den aktuellen Dow Jones Index ablesen. Per SMS bekomme ich die aktuelle Hong Kong Uhrzeit zugeschickt. Als wir auf die Strasse treten, fehlt etwas, ja das Dauerhupen Vietnams, vermissen wir das wirklich? Wir sind vom langsameren Tempos Vietnams noch eingenommen, alles erscheint hier doppelt hektisch.  Schnelles und effizientes Business. Obwohl wir wissen, das wir mitten in China sind, erinnert Hong Kong Ike eher an London, mich an New York. Mit Blick in den Himmel betrachten wir diese immensen Skyscraper. Schnell stellt sich heraus, das Hong Kong eigentlich ein grosses Einkaufszentrum ist, zwischendurch aufgelockert von ein paar Parks und Strassen, aber im ganzen heisst das Motto hier Kaufen, Kaufen, Kaufen....der Wahnsinn. Aber es ist auch sehr teuer. Nur auf dem Ladymarkt ergeben wir uns und schlagen zu. Abends schlendern wir dann die Avenue of Stars, die Uferpromenade Tsimshatsui' s, entlang. Um 20.00h geht auf einmal Musik los und wir werden Zeuge der Symphony of Lights, die uns schier aus den Socken reisst. Die ganze Skyline von der Hong Kong Island, die uns gegenueber liegt, wird in Licht getaucht, und jedes Hochhaus, die Bank of America, und andere erleuchten im Takt {!} der Musik. Ein unglaubliches Schauspiel. Selbst der Chaos Computerclub Berlin wuerde angesichst dieser vernetzten Schaltung von 30 Skyscrapern vor Neid erblassen.

Als die Lichtorgel erlischt, sind wir mit ein paar Touristen die einzigen die  klatschen.  Im allgemeinen zeigt sich der Hong Kong Chinese von gar nichts beeindruckt, und legt neben einer affektierten Hochnaesigkeit gern noch seine Oxford Englisch Nasalitaet an den Tag.

Heute fahren wir nun auf den Peak und werden abends das ganze Schauspiel noch mal per Boot geniessen. Morgen frueh um sechs gehts ab Nach Denpasar/Bali. 

glory am 15.1.07 04:34


Halong Bay

Am dritten Tag fahren wir mit dem Bus nach Haiphong um auf einem Boot eine Nacht in der Halong Bucht zu verbringen. Ein wenig vorbelastet durch unsere Mekong Delta Tour haben wir keine grossen Erwartungen. Umso angenehmer ueberrascht sind wir nach der dreistuendigen Busfahrt, als wir am Hafen alte Dschunken anlegen sehen. Ueber ein anderes Boot klettern wir in unser Boot. Aehnlich der gedraengten Enge des Strassenverkehrs kuscheln sich die Dschunken krachend aneinander. Einige haben Backbord schon einige Blessuren. Als wir aus den Hafen ablegen, sehen wir am Horizont schon die buckligen Umrisse der Felsen der Halong Bucht. Und zurecht tragen sie den Namen World Heritage. Wer den Film mit Catherine Deneuve Indochine kennt, der sieht auf den Photos den gleichen Ausblick wie im Film. Und es ist ein Traum, oben auf Deck geniessen wir die warme Wintersonne, und bestaunen diese atmenberaubende Landschaft. Dann besuchen wir die Suprise Grotte, die wirklich eine Riesensuprise ist, da sie riesig ist.

Abends froenen wir dann ein vierstuendiges asiatisches Mensch aregere dich nicht, bei dem Ike am Ende dann doch gewinnt. Als ich am Morgen aus der Kajuete trete, stockt mir der Atem bei dieser wunderbaren Kulisse. Alles in allem ist das das absolute Highlight der Reise und es faellt schwer von dieser Landschaft Abschied zu nehmen.

Heute ist unser letzter Tag In Hanoi und nachdem wir im Ho Chi Minh Museum und im Literaturtempel waren, haben wir uns die Fuesse beim Shopping abgelatscht. Jetzt muss ich hoch ins Zimmer und meinen roten wackeren Reisekameraden auf die Waage stellen, damit wir morgen frueh ohne weitere Nebenkosten nach Hong Kong fliegen koennen.

Ganz liebe Gruesse aus Hanoi! 

glory am 12.1.07 13:36


Hanoi und ne Pulle Baerengalle

In Hanoi angekommen, stellen wir schnell fest, das es hier oben schon ganz schoen kalt geworden ist. Die Stadt empfaengt uns dafuer mit strahlendem Sonnenschein. Hoi An versinkt im gleichen laut hupenden, chaotischen Verkehr, und das einzige was wir uns noch zurufen, bevor wir uns in den Verkehr werfen ist: Eine Kugel bilden! An der Schildkroete arbeiten wir noch und wer noch ein paar Formationen aus Asterix oder Obelix kennt, der sei hiermit herzlich eingeladen, ein paar Vorschlaege zu machen.

Ist Saigon die kleine quirlige Schwester, so scheint Saigon eher die gediegene Dame zu sein. Hier gibt es viele Parks und Seen. In der Altstadt, in der wir wohnen, gibt es 36 Strassen, ein Relikt aus der Kaiserzeit. In jeder Strasse gibt es ein Gewerk, das seine Waren feilbietet. Also die Silberstrasse, die Metallstrasse, die Bambusstrasse, die Kraeuterstr, und die Suessigkeitenstrasse, die wir uns bis zuletzt aufbewahrt haben. Im Highway 4 finden wir unser naechstes Hauptquartier. Hier haben Traveller die alten Gerichte wiederbelebt und so nebenbei auch eine Menge Schnaepse kreiert, die wir nach einem koestlichen Mahl, beschaemend zu sagen, aber es war das beste bis jetzt, ausgiebig geniessen. Die Sets bestehend aus 4 Schnaepsen tragen so klangvolle Namen wie Ladykiller, Fruit Basket, Health and Beauty. Ike schaltet sich nach dem ersten Set zurueck auf den ebenfalls koestlichen Cinnamontee, waehrend Marta, Caethe und ich mal so richtig die Korken ploppen lassen und uns systematisch durch die Likoerchens trinken. Das scheint unseren Tischnachbarn maechtig zu imponieren, die uns gleich beim Eintreten schon an den Tisch bitten wollten. So tritt ein offensichtlich schon seit laengerem dem Zuspruch gediegener vietnamesischer Herr auf uns zu. In den Haenden haelt er eine honigfarbene Flasche und vier Glaeser. Wirderspruch wird nicht geduldet, auch weitere Fragen zu dem genauen Inhalt werden nicht beantwortet. Beherzt kippen wir das Zeug runter. Nach genauerem Hinschauen erkennen wir das zwei kleine Flaeschchen in der grossen schwimmen, Ob wir uns hier an einer vietnamesischen Spezialitaet dem Schraubenschnaps guetlich tun? Nein, der hinzu gerufene Koch klaert uns auf. Wir haben uns hier einen Kraeftigen Schluck Baerengalle gegeben. Ehrlich gesagt bin ich froh, das es nicht Baerenpipi war, denn das habe ich als erstes verstanden, aber was solls, um es mit den Worten von Else Kling zu sagen, Wenn's schoe macht. Der gute Mann will uns dann noch mit seinen Freunden in eine vietnamesische Diskothek schleppen, da dies aber unser erster Abend ist, verschieben wir das auf unseren letzten Abend.

glory am 11.1.07 16:08


Hoi An, vier Tage Regen und ein paar glueckliche Schneider

Ueber den Flughafen von Dalang gelangen wir nach Hoi An.
Dort kann man in den kleinen Gassen noch das alte Vietnam atmen und sich in den franzoesischen Patisserien an der Kaffeekunst erfreuen. Hier sei besonders das TamTam empfohlen, unser Hauptquartier fuer die naechsten vier Tage.
In Hoi an treffen zwei bedeutungsvolle Dinge aufeinander, eine Kleinstadt mit aneinandergereihten Schneidern und ein drei Tage dauernder Mistwetterregen, der uns in lila und gruenfarbene Platikueberzuege hineindraengte. Am Anfang geben wir uns noch zivilisiert und bestellen jede ein Kleidungstueck bei einem Schneider. Dann allerdings geraten die Dinge ausser Rand und Band.
Hyperventilierend fallen wir aus den Anproben, versucht noch ein weiteres Objekt der Begierde, aus Seide, dem fuer die Qualitaet bekannten Baumwollstoff oder Kaschmir zu erstehen.
Ein herrliches Spiel. nach dem dritten Schneider verlieren wir die Uebersicht, wann und wo wir die naechsten Anproben haben. Wir treffen uns nur noch sporadisch an den Punkten: Tam Tam, 1. Schneider, 2. Schneider und ja wir hatten 4 Schneider. Klopft es an der Hoteltuer ist das gefluegelte Wort: Herein wenns kein Schneider ist. Am Ende schaffen wir es aber dennoch, naja fast alle uns noch die historischen Sehenswuerdigkeiten anzuschauen und ein wenig Kultur zu erhaschen. Mit nassen Hosen und durchgeweichten Schuhen machen wir uns gluecklich laechelnd wieder auf den Weg, diesmal nach Hanoi.Im Gepaeck eine neue Riesentasche, die unsere neu erworbene, massgeschneiderte Garderobe nach Deutschland tragen wird.

 

 

glory am 9.1.07 18:03


Mui Ne

Mui Ne

Langsam faedelt sich der Bus in den fruehmorgenlichen Verkehr. Im Rueckspiegel die uns Kuesschen zuwerfenden Mme Cuc's. Eine Oase der Familiaritaet. An unseren Fenstern schieben sich die Mofas beladen mit drei Generationen, Grossmutter, Schwiegermutter und Kind, incl. Hund an uns vorbei. Bis zu 11 Getraenkekisten kann man auf den toeffenden Hondas transportieren. Diese Mofas sind wirklich die Antriebskraft der neu erbluehenden Marktwirtschaft. Habe ich mit spitzer Zunge noch behauptet, das ein wirklich vietnamesisches Souvenir eine Flasche Fischsauce mit Hupe waere, so staune ich doch immer wieder aufs neue, das sich trotz kollabierender Enge niemand wirklich verletzt. Erstaunlich mit welcher Apparatur das Mofa zu einem Moebeltransporter, Garkuechenhelfer oder LKW Ersatz werden kann. Das Hupen und Toesen Saigons im Ruecken lernen wir zum erstenmal die Landschaft des Hinterlandes kennen. Fuer die knapp 200km brauchen wir satte 7 Stunden, da es nur im Schrittempo vorangeht. Angekommen in Mui Ne steuern wir das von Mme Cuc empfohlene Little Garden an. Falls ihr mal nach Mui Ne kommen solltet, dann boykottiert bitte dieses Etablissement. Nachdem der Fahrer uns dort absezte, erwartete uns naemlich ausser 6 verstaendnislos dreinblickenden Augenpaaren nichts. Weder ein Xin Jao, Hello oder sonst ein Laut kam aus den Muendern. Auch die Zuhilfenahme unseres vietnamesischen Phrasebooks fuehrte zu keiner Reaktion. Mithilfe eines Sitzstreiks erkaempfen wir uns ein Telefonat nach Saigon zur rettenden Stimme von Mme Cuc, die uns aber nach Ruecksprache mit den offensichtlich authistischen Personal mitteilt, das es kein Zimmer mehr gibt, da wir das 1 Dollar teure Fruestueck nicht rueckconfirmed haben. Bombenstimmung macht sich breit.

Nachdem wir dann von einem Guide des Busbahnhofs durch Baustellen gefuehrt wurden, wo wir uebernachten sollten, landen wir schliesslich in einem kommunistisch angehauchten Jugendschulheim mit Innenhof, inklusiver Huehnerkolchose und 100% tiger Nylon Hello Kitty Bettwaesche. Immerhin besser als am Strand zu schlafen. Mui Ne entpuppt sich als Touristenneppfalle. Auch im Sailing Club ist absolut tote Hose und der Taxifahrer, der uns hierher brachte, sammelt uns wieder auf und anstatt in die empfohlene Wax Bar steuert er brav wieder unser Kadettenheim an. Ok, flexibel wie wir sind kaufen wir uns noch zwei Flaschen Bier und haben dennoch ein sehr nettes Silvester, ganz still mit besinnlichen Gedanken und Wuenschen fuer 2007.

Am naechsten Tag hat es Marta erwischt. Somit sind nur noch der litauische Pferdemagen, meine Wenigkeit, der bergische Pferdemagen, Caethe in Person und der wieder erstarkende Duesseldorfer Magen, Ike am Start. Die gebuchte Jeep Tour durch die Duenen Mui Ne's entpuppt sich als tuckelnde Asphaltkutschiererei. Hier trennen sich wieder Vorstellung und Realitaet, denn wir dachten an wildes Offroad mit Beulen am Kopf vom Anschlagen des Jeepdaches... Mittags verlassen wir mithilfe der Opentour Busse erleichtert Mui Ne und steuern Nha Trang an.

Wieder brauchen wir fuer die knappen 150km eine kleine Ewigkeit, aber hier in Nha Trang erwartet uns Mr. Bu vom Paloma Hotel in seinem Jeep. Wir koennen kaum glauben, das wir, die nicht gerade grazilien Grazien incl. dem sich rapide vermehrenden Gepaeck in dieses Gefaehrt passen. Mister Bu hat hier im ebenfalls tobenden Nha Trang eine Oase der Gastlichkeit geschaffen, absolut empfehlenswert. Der Strand ist auch sehr ruhig, wir sind am naechsten Tag die einzigen Touristen. Das chinesische Meer in dem wir planschen, wirbelt uns durch die ganz ordentlichen Wellen.

Am naechsten Tage fahren Caethe und ich mit den geliehenen Mofas los. Das ist der Tag an dem Vietnam mein Herz dann endlich doch noch eroberte. Winkende Schulklassen, die uns auf unserem Weg anlaecheln, gruene Reisfelder, Wasserbecken mit Fisch und Krabbenzucht und dann ein atemberaubender Wasserfall. Der Weg hoch zum Wasserfall ist eine echte Klettertour, an Klettereisen hangeln wir uns an der Steilwand hoch, schieben unsere Koerper durch Felsritzen und rutschen die flachen Felsen runter, bis wir an einem Pool gelangen, der wirklich wunderbar ist. Wirklich baff bin ich dann, als eine Familie mit Kind irgendwann auch auftaucht. Vor allem weil die Frau so um die 50 ist und eine stabile Figur hat. Wir kommen ins Gespraech und lernen die entspanntesten, deutschen Touristen unseres Urlaubs kennen, denn wenn mal Eltern entspannt sind, dann diese hier. Da gibt es kein Kevin spring nicht vom Felsen, du weisst nicht was darunter ist, Gekeife. Bewaffnet mit Cityslippern nimmt die Frau noch die letzte Huerde an den oberen Pool. Als wir sie unten am Parkplatz wiedertreffen, steigt die Familie wie selbstverstaendlich zu dritt auf ihre Vespa und macht einen eleganten Abflug. Rolemodell fuers Alter ist daraufhin unser Kommentar.

Mit Caethe roehrend durch die Reisfelder zu jagen macht so richtig spass, und in meinem Kopf entsteht der naechste Motorradurlaub offroad in Afrika. Wenn ich wieder nach Deutschland komme, dann ab nach Polen und da einen Schnellfuehrerschein machen Mit ner Vespa unterm Allerwertesten bekommt man einen ganz anderen Blick auf dieses Land. Nach einer entspannten Landpartie trauen wir uns dann auch in die Stadt und cruisen ganz laessig in dem wirbelnden Verkehr. Die Devise heisst langsam. An Kreuzungen tastet man sich heran, hupt energisch und laesst dann die von allen Seiten einstroemenden Teilnehmer freundlich vorbei. Ein Riesenspass. Als mir dann ein Teil meines Gefahehrtes an einer Kreuzung abhanden kommt und ich mich bueckend neben meine Maschine hinknie, kommen ganz viele Vietnamesen an und erkundigen sich, ob mir was passiert ist. Ich bin ganz geruehrt, vor allem da ich noch die Bilder Thailands im Kopf habe, wo man sich dann nicht so aufgeregt erkundigt, was passiert ist, wenn einer mal auf der Strasse liegt.

Alles in Allem ein wunderbarer Tag. So meine Finger fallen ab, aus meinem Kof kommt jetzt auch nicht mehr viel, wir fahren jetzt wieder als ganze Truppe zu den Cham - Tuermen. Marta ist gestern von einem Arzt hier versorgt worden, aber es geht ihr wieder besser, ein Glueck. haahhhh da faellt mir noch was ein.

Ihr kennt doch das Lied More than words. Derjenige der ohne im Internet nachzuschauen (Cross your fingers) sagen kann, wer die Band ist (zwei langhaarige Rocker) bekommt einen Spezialpreis.

Ich bin ganz Ohr.

Dann ganz liebe gruesse!!! und bitte entschuldigt, wenn ich manchmal nicht auf die mail antworte, denn hier ist mein 1und1 account tot, so das ich nicht antworten kann. Gruss und Kuss aus Nha Trang!

asien am 4.1.07 03:40


Saigon

Xin Jao aus Saigon, (Sindschao - hello)

wir lieben es hier. Obwohl die Luft zum Schneiden ist, man kaum ueber die Strasse kommt, ohne mindestens von drei Mopeds und Autos plattgefahren zu werden, zieht uns diese Stadt in ihren Bann. Hier faehrt man mit dem Daumen auf der Hupe, mit der man Hallo, auf Wiedersehen, mach dich vom Acker Du Schnecke per Morse an seinen Gegenueber mitteilt. Ein Wahnsinn. Zwischen 02.00h und 04.00h ist kurz Ruhe. Dann gehts wieder los. So ein Wusel haben wir noch nie erlebt. Ike hat ne schlimme Magen Darm Geschichte hinter sich und das zweite vietnamesische Wort, das ich gelernt habe ist bieng vienh, das heisst Krankenhaus. Das war eine ziemliche harte Geschichte, aber Gott sei Dank sitzt sie jetzt tippend wieder neben mir, meine wackere Reisekameradin. Das Sos International Krankenhaus hat trotz horrender Rechnung ganze Arbeit geleistet. ein Glueck. Wir sind nun vier Tage hier und alle vier haben wir das Gefuehl auch laenger hier bleiben zu koennen. Da das Uberseekabel in Taiwan wegen irgend einem Taifun gekappt ist, werde ich keine Bilder online stellen, es ist schone eine echte Geduldsprobe das hier online zu stellen, aber spaetestens in Hong Kong flitscht das Internet wieder. Gestern waren wir in den Cu chi tunneln, wo die Nordvietnamesischen Vietkongs ueber Jahre in Tunneln gelebt haben. Das ist schon ein ganz anderer Schnack in einem stockdusteren Tunnel (natuerlich hatte keine ihre Taschenlampe dabei) auf Knien voranzurutschen. Dann gibt es ein Loch, da faellt man dann unsanft in die zweite Ebene, 5 m unter der Erde. Selbst eine B52 Bombe konnte aber auch die dritte Ebene ca. 8 m unter der Erde zerstoeren. In diesen Tunneln wurden auch Kinder geboren, einfach unvorstellbar. Wenn man die primitiven Fallen sieht, mit der sich die Menschen hier gegen die Amerikaner gewehrt haben und im Gegenzug die hochtechnisiserte Armee, dann bekommt man eine Hauch einer Ahnung von dem was hier noch nicht mal vor 30 Jahren passiert ist.

Total makaber ist aber das man dann mit einer Kalaschnikoff oder was auch immer Schuesse auf Lehmhuegel abfeuern kann. Absolut geschmacklos, und eher was fuer grosse Jungs, die gedankenlos mal Krieg spielen wollen, was aber an diesem Ort voellig deplaziert wirkt. Das Kriegsmuseum hier in der Stadt haben wir uns auch angeschaut, sehr wenige englische Texte, aber die Bilder sprechen fuer sich, auch wenn ich danach erst mal an die frische Luft musste. Unvorstellbar das immer noch 1 Million Menschen an den Folgen des Krieges leiden. Und eine halbe Million davon sind nicht in der Lage alleine zu leben. Und trotzdem scheint es so das die Vietnamesen vergeben koennen. oder die Geschichte unter den Tisch fallen lassen. das konnte uns auch nicht Andrea sagen, eine Freundin von Caethe, die hier schon seit 5 Monaten lebt und  Tanzunterricht in Saigon gibt.

Ziemlich verrueckte Stadt wie gesagt. Morgen gehts los ans Meer, wir feiern das neue Jahr in Mui Ne. So dann wuensche ich euch mal an dieser Stelle von ganzem Herzen das Allerbeste und ne richtig fette Party. Ich denke an euch und freue mich sehr, das ihr so fleissig auf die Seite kommt, wohl aber am Hauefigsten Guenther, gell? Dir ganz besonders liebe gruesse, ich tu mein bestes, das du Ike heil und in einem prima Zustand wieder in Frankfurt antreffen wirst. Frohes Neues!!!

glory am 30.12.06 17:14


xmas in Cambodia

Froehliche Weihnachten *g*

Ich hoffe ihr hattet ein paar schoene Tage, das Essen ist verdaut und die Geschenke umgetauscht. Fuer mich war dieses Jahr ein besonders schoenes Weihnachten, weil es gar kein Weihnachten gab, ausser den Cambodschianischen Hotelpersonal das in Nikolauskostuemen um uns herum schwirrte und merry xmas rief. Seit dem 22ten sind wir wieder zu viert unterwegs. Marta und Caethe sind dazugestossen. Im Infopoint Bopha Angkor haben wir uns fuer die naechsten drei Wochen zusammengetan. Heiligabend haben wir gut gegessen, und dann auf uebelsten Pop im Angkor What? getanzt. Wieder einmal war die halbe Welt um uns herum und es war sehr lustig, auch wenn mir so manches mal das Herz in Cambodia so schwer wurde. Das liegt daran, das dieses Land so unfassbar arm ist und eine ganz harte Geschichte hinter sich hat. Ich kenne das auch schon aus Kroatien, das sich die Menschen nach dem Krieg so drastisch veraendert haben, aber hier faellt es mir besonders auf. Es gibt eine missing generation. Die Altersgruppe der 45 bis 65 jaehrigen ist fast nicht vorhanden und die Familien haben sehr viele Kinder. Angkor Wat mit seinen Tempeln ist absolut beeindruckend und vor allem der Toimb Raider Tempel hat uns besonders geflasht. Allerdings ist vor und nach den Tempeln Spiessrutenlaufen angesagt, denn eingekreist von Kindern, die uns anbetteln, Frauen, die uns in ihr Restaurant zerren wollen und Tuc Tuc Fahrern die uns fast mit ihren Gefaehrten platt fahren, wissen wir nicht was wir machen sollen. Ja wir kaufen den ganzen Schrott und die Ansprache die uns hier an jeder Ecke anschallt ist, one dollar, please

Es ist gar nicht so einfach damit umzugehen, und hier heissen wir nicht farang sondern barangs. Die Menschen hier haben kein besonders gutes Bild von uns Weissen, und wirken eher, das sie froh sind, wenn wir endlich wieder abgehaun sind, natuerlich nur nachdem wir ordentlich die dollars haben springen lassen. Es ist ein ganz bloedes gefuehl als lebendige ATM Maschine herumzulaufen. Und obwohl unsere beiden Fahrer wirklich sehr nett sind und sehr gut englisch sprechen koennen, interessiert sie rein gar nichts von uns, waehrend wir viel fragen. Ich kann das alles verstehen und es liegt wahrscheinlich auch daran, das ich noch nie in so einem armen land wie hier gewesen bin, aber es ist manchmal auch echt hart. selbst nicht mehr als mensch wahrgenommen zu werden. wie auch immer, heute gehts nach Vietnam. Ho Chi Minh City. Ganz viele liebe Gruesse und danke fuer die Xmas Wuensche!!!

es drueckt euch die glory

glory am 26.12.06 07:25


 [eine Seite weiter] Gratis bloggen bei
myblog.de